Ceylon: Wiederauferstehung des Kaffees

Ceylon - Pionierland des kolonialen Kaffeeanbaus

Die Arabica-Pflanze wurde vermutlich schon um das Jahr 1505 die Insel im Indischen Ozean von arabischen Kaufleuten auf die Insel gebracht. Allerdings waren sich die einheimischen Singhalesen nicht des eigentlichen Nutzens der Pflanze bewusst und verwendeten lediglich deren Blätter zur Herstellung ihrer Currymischungen. So blieb es holländischen Kaufleuten vorbehalten, im Jahre 1658 die ersten Versuche einer kommerziellen Kaffeenutzung zu starten.

 

Damit ist der Kaffeeanbau auf Ceylon vermutlich eine der ersten christlich-kolonialen Kaffeepflanzungen überhaupt. Auch die hierfür verwendeten Pflanzen stammten vermutlich von jenen wenigen Exemplaren ab, die der Holländer Pieter Van den Broeke 1616 verbotenerweise aus dem heutigen Jemen in den Amsterdamer Botanischen Garten schmuggelte, um sie dort zu vermehren. Bald jedoch wurden die Pflanzungen in Ceylon aufgegeben, da sich die Holländer auf Plantagen auf Java konzentrieren wollten und durch bewusst kontrollierte Produktionsmengen die Marktpreise zu stabilisieren suchten.

Mit der Eroberung des Inselinneren durch die Briten erschlossen sich für den Kaffeeanbau neue Möglichkeiten, ihre die stark nachwachsende Nachfrage der britischen Kaffeehäuser zu decken.  Sir Edward Barnes etablierte um 1825 nahe der Königsstadt Kandy eine erste Plantage. Die Aussicht auf schnelles Geld lockte viele junge Unternehmer von der Insel in der Nordsee auf die Insel im Indischen Ozean. Unter den ersten Kaffeepionieren waren aber auch Pflanzer aus den Blue Mountains Jamaikas, wo Kaffee durch die Briten schon 1730 eingeführt wurde.

 

Pilzbefall: Das Ende des Kaffeeanbaus
Das zentrale Bergland mit seinen regenreichen Hanglagen und Hochplateaus erwies sich als ideal für den Kaffeeanbau. Rasch wurden in dieser zunächst weitgehend unbesiedelten Region große Waldflächen zugunsten schattenlosen Kaffeemonokulturen gerodet, eine Strategie, die den Pflanzern schnell zum Verhängnis wurde, in Form einer Pilzkrankheit – der Kaffeebleiche, aber auch in Form von Bodenerosion und eines bis heute beeinträchtigten Wasserkreislaufs. Der Mahaweli - der große Sandfluss - trägt nicht umsonst seinen Namen.
Der weitere Verlauf ist bekannt. Teesträucher nahmen rasch den Platz der Kaffeebüsche ein. Heute ist Sri Lanka einer der führenden Teeproduzenten der Welt.

 

Der Neubeginn: Nachhaltig angebauter Kaffee
Seit dem Zusammenbruch des Kaffeeanbaus auf Sri Lanka sind nun mehr als 130 Jahre vergangen. Die Pflanze war seither jedoch nie ganz von der Insel verschwunden, sondern war weiterhin Bestandteil vieler Hausgärten.
Ironischerweise waren es wieder Holländer, die vor 13 Jahren an den ersten Kapiteln der Fortsetzung einer einst unterbrochenen Erfolgsgeschichte zu schreiben begannen.
Und wieder ist Kaffee Bestandteil eines Landschaftswandels. Diesmal jedoch nicht eines auf kurzfristigen Profit, sondern auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Konzepts der Rekultivierung.

 

Unsere derzeitigen Kontakte laufen über eine lokale NGO, die schon seit geraumer Zeit nachhaltige Kleinbauernprojekte im Bereich Regenwalderhaltung mit Einkommensentwicklung kombinieren. Davon konnten wir uns bei einem Besuch 2012 überzeugen. Die aktuelle Ernte stammt aus der region Kotmale und wird von Kleinbauern im Rahmen des so genannten "Kanyan Home Garden Systems", einer hoch biodiversen Mischkultur, angebaut.

 

Unsere erste Ernte von 600 kg ist soeben eingetroffen. Aufgrund der geeringen Produktionsmengen und fehlender Verarbeitungsstrukturen ist der Kaffee handsortiert. Von der Qualität sind wir begeistert!

 

 

Anmerkungen zur Röstung

Mittlere RÖSTUNG FULL CITY

 

Geschmack/Aroma: beering, erdig, malzig-süß, säurearm


Tasse: sauber


Körper: voll


Säure: gering

 

 

HELLE RÖSTUNG

 

Geschmack/Aroma: n.a.

 

Tasse: n.a.


Körper: n.a.


Säure: n.a.

 

 

Weitere Details zu den Produzenten